1896 „Förderung der Geselligkeit, der kameradschaftlichen Unterhaltung und die Hebung des patriotischen Gefühls durch Übung des Gesang von Volksliedern und Vaterlandsliedern“. Das war das Ziel der 25 jungen Männer, die am 23.06.1896 den Männergesangsverein "Heiderose" Boelerheide gründeten. 2023 Ab Mitte 1995 mussten sich die Sänger der Heiderose an einen neuen Namen gewöhnen. Stefan Lex, 36 Jahre, Chorleiter aus Leidenschaft, sagte eine Zusammenarbeit nach Gesprächen zu und wurde nach dem Probedirigieren von allen Sängern mit Freude akzeptiert. Geboren in Essen, in der Männerchor-Bewegung groß geworden. Schon Vater und Großvater sangen im Chor. Stefan Lex studierte Gesang bei Therese Maxein, Prof. Klaus Michael Leifeld, Folkwang Musikschule. Meisterkurse bei Prof. Sylvia Geszty, Karl Ridderbusch u.v.m. folgten. Ein Profi-Tenor: „Nehmt die Wolldecken aus dem Mund“ – setzt Euch gerade hin – achtet auf die Mundstellung „das -o- von Mond wird anders moduliert als das -o- von Sonne“. Von nun an gab es leise und laute Töne, die Bauchmuskeln wurden gebraucht, die Atemtechnik korrigiert, die Schultern blieben unten. Konzentration, Notenwerte, genaue Aussprache und die -ä- Werte wurden durch feine -e-Vokale abgeschafft. Ganz schlimm war die Bearbeitung der westfälischen Zungen-Gaumen Laute bei den Worten wie …Feld …Wald …und Geld. Und das gemütliche Quatschen mit seinem Nachbarn wurde beseitigt. Wer das alles ignorierte wurde freundschaftlich erinnert oder gestraft mit einem stechenden Blick von unserem neuen Dirigenten. Disziplin, Konzentration, die richtige Mundstellung bei der Tonmodulation - all diese neuen Herausforderungen waren für alle „Sänger des Gesangsvereins“ völlig neu. Der Chor wurde umgebaut, aus Bässen wurden Tenöre und umgekehrt. Der Chorklang wurde dadurch viel besser. Alle machten mit, keiner gab auf, alle entwickelten Ehrgeiz. Die Sängeranzahl stieg, kurzfristig zum 100-jährig. Jubiläum wurden 101 aktive Mitglieder gezählt. Stefan Lex macht aus jeder Stimme einen Chorsänger. Er ermutigte jeden Sänger seine Stimme richtig einzusetzen. Die 100 Jahrfeier in der Aula der Realschule Boelerheide war ein großer Erfolg. Eine deutliche Leistungssteigerung auch bei weiteren Konzerten wurde vom Publikum bestätigt. Mit den Konzerterfolgen im Stadttheater 2004 und in den zahlreichen Konzerten in der Stadthalle mit Gunther Emmerlich, Hermann Prey sowie Deborah Sasson wurde der MGV Heiderose zum Vorzeigechor der Stadt. Verantwortlich für diesen Weg und den frischen Chorgesang ist Stefan Lex, der immer wieder beweist, wie auch noch im Jahre 2021 Chorgesang begeistern kann. Als Tenor u. Moderator in vielen Konzerten, versteht er es in brillanter Form, Menschen für den Gesang zu bewegen. Er fördert mit seinen fundierten Kenntnissen den Chorgesang auf ein hohes Niveau. Auch Nicht Boelerheider Männer sind in diesem Chor stark vertreten. Jeder ist will- kommen. Die einfühlsame, kameradschaftliche Art des Dirigenten gibt der „Heiderose“ einen beneidenswerten Charakter und sein musikalisches Können vollendet mit den Sängern einen hervorragenden, harmonischen Chorklang. Am 23. Juni 1896 gründeten 25 junge Männer den Männergesangverein „Heiderose“ Boelerheide. Seitdem hat sich viel getan und entgegen dem landläufigen Abwärtstrend im Männerchorwesen präsentieren wir uns in Boelerheide mit einer stolzen Sängerzahl von rund 85 Aktiven als „ewig junger Männerchor“. Nach wie vor werden das klassische Männerchorlied, neuzeitliche Kompositionen und das deutsche Volkslied zum Repertoire gehören. Die Corona-Pandemie gab dem ganzen leider einen Stop, aber durch das Projekt „Neuer Beginn mit Stimmbildung im Jubiläumsjahr -125 Jahre - Singen ist Sport für die Seele“ werden wir der Heiderose wieder Leben einhauchen. Der Chor ist verwurzelt in der Vereinsgemeinschaft Boelerheide und für jedermann aus Nah und Fern offen, der Freude am Chorgesang und geselligem Miteinander hat. Ein Dankeschön an die Sänger die an der Aufarbeitung mitgewirkt haben. Ganz besonders denken wir an die verstorbenen Sänger Josef Spenner und Theo Glahn die in ihrer Zeit den Werdegang der Heiderose dokumentiert haben.
Fotos: M.Kleinrensing